Wir stehen kurz vor dem Start
der neuen Fluggesellschaft SWISS. In diesen letzten Monaten
haben viele Kollegen, freiwillig oder nicht, die Swissair
verlassen. Der Bestand an Personal wird bis Ende März noch
geringer, der Mangel an Cabin Crew Members ist
nicht mehr zu bezweifeln.
Der Staat (Kantone,
Eidgenossenschaft), renommierte Schweizerunternehmungen,
Economiesuisse und die meisten politischen Parteien unterstützen
die Gründung der Swiss. Sie haben sich ganz klar für die Notwendigkeit der neuen
Gesellschaft mit interkontinentalem Steckennetz für die
Schweizer Wirtschaft und deren Finanzplatz ausgesprochen
(Model 26/26).
SWISS
will die weltbeste Gesellschaft, mit Schwerpunkt auf Qualität werden. In den letzten
Monaten hat die Swissair historische Auslastungswerte
erreicht, die Passagiere sind von unserer Betreuung
begeistert und haben Vertrauen in uns.
Und nun bietet uns SWISS, die Gesellschaft mit neuem
Startkapital, Rabattverträge an und verlangt im
Gegenzug einen Luxus-Service mit geringerem Personal.
Vergessen wir nicht, dass Swissair ihrer Leitung, ihrer
Strategien und des passiven Verwaltungsrates wegen Konkurs
ging. Unsere
Salärkosten sind KEINESWEGS für dieses Debakel
verantwortlich.
Die Führung der SWISS möchte
uns glauben lassen, dass eine Ablehnung des Zugeständnisses
von 10% auf unseren Salärkosten, den Erfolg der neuen
Gesellschaft in Gefahr bringen würde. Aber glaubt Ihr
wirklich, dass dieser Anteil in der ganzen Geldmasse so
gross ist, dass er damit die Firma zu Fall bringen würde?
Man wäre somit im Recht, sich Fragen über die Lebensfähigkeit
dieser Firma zu stellen.
Die Ersparnisse dürfen nicht
auf dem
wichtigsten Kapital der SWISS, nämlich IHREM
PERSONAL, gemacht werden.
Mit
der Beibehaltung der Salärskala versucht man uns zu betrügen.
Hier eine Aufstellung der
Verluste, die wir erleiden, wenn wir den GAV annehmen:
·
Ferien :
minus 3 Tage (12 Monatslöhne +
1/2 13.Monatslohn) :
365 Tage x 3 Tage : 12 Monate
= Monatsverlust)
·
Der 13.
Monatslohn, den wir nun endlich, nach
jahrelangen zähen Verhandlungen der kapers, schrittweise
erhalten hätten, ist im neuen GAV nicht erwähnt.
(
1/2 Monatslohn :
12 = Monatsverlust)
·
Verkaufsprovision : wird
nicht mehr ausbezahlt. Nuance Nuance Trading zahlt diese
Provision sicher der SWISS, und wir sollen diese Arbeit
gratis ausführen! (Summe der ausgezahlten Provisionen eines Jahres :
12 = Monatsverlust)
·
Ueberstunden
sind auch nicht mehr bezahlt :
SFr.7.45 waren schon sehr wenig, und trotzdem will man es
uns jetzt wegnehmen! (pro Monat etwa SFr. 126 , siehe
Tabelle)
Und ACHTUNG: die neuen FDRs werden erst
noch ausgehandelt.
·
Die
Spesen werden pauschal auf SFr. 3 pro Stunde herabgesetzt.
Ein Verlust von rund 25 %.
·
Die
Pensionskasse : Swissair zahlte 11% und wir 5%
an die Kasse ein. Swissair hatte eine AHV -‘’ Brücke
‘’ vorgesehen, die jetzt leider in der Konkursmasse
steckt. Um diese ‘’Brücke ‘’ bei SWISS zu ersetzen,
werden (je nach Alter) immer grössere Summen von unseren Löhnen
abgezogen.
·
Für
jüngere F/As, die bei SWISS bleiben möchten, bedeutet dies
einen Verlust von rund 55% in den ersten Jahren auf Ihrem
Rentenkapital. Ab 48 Jahren erhöhen sich die Beiträge monatlich bis
zu160% (siehe Tabelle). Dies,
um eine Rente von 80% des letzten Lohns, im verschobenen
Pensionsalter von 58 Jahre, zu erhalten.
WIR VERLIEREN ALLE DABEI.
|
Alters-
gruppe
|
Unser
Anteil
|
Anteil SWISS
|
Total
Beitrag bei
Swiss
|
Früher (Swissair )
(Koordinationssal. =
Bruttolohn - 525 Frs )
|
Wir
verlieren an Beiträgen
|
Was
wir einzahl.
|
SWISS
spart
|
SWISS
verliert
|
|
25 – 27
|
3 %
|
3 %
|
6 %
|
5 % + 11% =16%
|
- 10 %
|
- 2 %
|
8 %
|
|
|
28 – 29
|
4 %
|
4 %
|
8 %
|
5 % + 11% =16%
|
- 8 %
|
- 1 %
|
7 %
|
|
|
30 – 31
|
5 %
|
5 %
|
10 %
|
5 % + 11% =16%
|
- 6 %
|
0 %
|
6 %
|
|
|
32 – 34
|
7 %
|
7 %
|
14 %
|
5 % + 11% =16%
|
- 2 %
|
+ 2 %
|
4 %
|
|
|
35 - 38
|
9 %
|
9 %
|
18 %
|
5 % + 11% =16%
|
+ 2 %
|
+ 4 %
|
2 %
|
|
|
39 - 41
|
10 %
|
10 %
|
20 %
|
5 % + 11% =16%
|
+ 4%
|
+ 5 %
|
1 %
|
|
|
42 - 47
|
11 %
|
11 %
|
22 %
|
5 % + 11% =16%
|
+ 6 %
|
+ 6 %
|
0 %
|
|
|
48 - 58
|
12 %
|
12 %
|
24 %
|
5 % + 11% =16%
|
+ 8 %
|
+ 7 %
|
|
- 1 %
|
·
Lernten wir aus früheren
Fehlern? Der neue GAV muss einen Sozialplan beinhalten!
Was
geschieht, wenn wir den Vertrag ablehnen ?
SWISS hat uns über Plakate informiert,
dass sie das noch aktive Personal der Swissair übernehmen
wird, wir haben auch keine Kündigung seitens Swissair
bekommen. Es handelt sich also um eine Übernahme. Der
Art.333 des Obligationenrechts hat hier Gültigkeit und ein
Arbeitgeber ist verpflichtet, den noch gültigen Vertrag während
einem Jahr zu respektieren. Und wie wir soeben erfahren
haben, versucht Swiss den Artikel 333 zu umgehen, indem sie
uns allen einen neuen Arbeitsvertrag zur Unterschrift
vorlegt. Dieses Vorgehen ist illegal. Am 26. März 2002 wird
das Genfer Gericht die "Swiss" in dieser Sache
vorladen.
Durch eine Ablehnung des GAV, den man uns heute vorschlägt, wollen
wir der Kapers neue Grundsteine und unsere Unterstützung für
weitere Verhandlungen geben, welche uns bessere Bedingungen
bringen werden.
Wir haben heute die beste Gelegenheit, unsere Stimmen hören
zulassen.
Kämpft um Eure Löhne,
Euren 13. Monatslohn, Eure Entschädigungen, Eure
Pensionskassengelder und einen Sozialplan, der diesen Namen
auch verdient!
EURE neue « SWISS »
braucht Euch, sie muss am 31. März abheben.
3000
qualifizierte Cabin Crew Members werden in 20 Tagen nicht
gefunden.
VERKAUFT EUCH NICHT SO BILLIG!
STIMMEN
WIR “NEIN“ zu diesem GAV
Diese
Abstimmung ist wichtig für einen zukünftigen gerechten
Vertrag, den Erfolg der neuen Gesellschaft, mit
qualifiziertem und motiviertem Personal, welches Qualität
anbietet.
Sammeln
wir unsere Kräfte. Ob Sie CROSSAIR oder SWISSAIR
Mitarbeiter sind, spielt keine Rolle,
es
handelt sich um unsere gemeinsame Zukunft.
Mitglieder
des Kabinenpersonals der
Swissair mit der Unterstüzung des Verbands « Syndicat des Services Publics
SSP/VPOD » groupe trafic Aérien, Genève